Der Projektvorschlag sieht einen rund 60 Meter hohen und etwa 90 Meter langen, schlanken Baukörper vor, der sich entlang des Gleisfelds und der Hohlstrasse orientiert und in der Tiefe in drei Gebäudevolumen abgestuft ist. Diese werden durch zwei offene Terrassengeschosse mit gemeinschaftlichen Nutzungen voneinander abgehoben. Auf Stadtebene staffelt sich das Gebäude dank der nach Süden leicht abfallenden Topographie in ein hohes Gewerbegeschoss an der Hohlstrasse und in eine um ein halbes Geschoss erhöhte, vom Strassenlärm geschützte, öffentlich zugängliche Gartenterrasse auf.
Im Sockelbereich ist ein Hotel mit ca. 200 Zimmern vorgesehen. Die beiden Gebäudevolumen oberhalb des Hotels geben Raum für ca. 140 barrierefreie Mietwohnungen unterschiedlichster Grösse, um möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen anzusprechen.
Das Freiraumkonzept mit der öffentlichen Gartenterrasse auf dem Stadtboden und den begrünten Terrassengeschossen wird durch weitere Elemente ergänzt, die auf unterschiedliche Weise zur Qualität des Ortes beitragen. Dazu gehören eine Passerelle als Verbindung zur Baslerstrasse sowie ein Biodiversitätsdach auf dem bestehenden Parkhaus des Letziparks. Diese Massnahmen stärken das Mikroklima, die Durchlässigkeit des Quartiers und schaffen neue Aufenthaltsräume.
Der Baukörper ist das direkte Abbild seiner inneren Organisation, seiner Vertikal- und Horizontalerschliessung und seiner Tragstruktur. Er funktioniert wie ein grosses Regal, eine bauliche Infrastruktur, welche in unterschiedlicher, veränderbarer Weise mit Nutzungsprogrammen gefüllt werden kann. Die Erschliessung erfolgt über aussenliegende Treppenkerne und offene Laubengänge. So lassen sich Flächen- und Ressourcenverbrauch minimieren und auch der technische Aufwand zugunsten von Langlebigkeit und Ressourcenschonung reduzieren.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Nachhaltigkeit. Die Planung erfolgt nach dem Gold Standard für Nachhaltiges Bauen in der Schweiz. Die filigrane und serielle Betonstruktur ist auf minimalen Materialeinsatz getrimmt. Teile der Fassade sollen mit wiederverwendeten Materialien erstellt werden: Ziel ist es, die gut erhaltenen Mauerwerkssteine des rückgebauten Veranstaltungsbaus grossflächig einzusetzen. Die Haustechnik und weitere technische Einrichtungen folgen einem konsequenten Low-Tech-Ansatz. Das Gebäude erzeugt einen grossen Teil seines Strombedarfs über die in die Südfassade integrierte Photovoltaikanlage. Das Meteorwassermanagement nutzt einen grossen Teil des anfallenden Regenwassers direkt auf der Parzelle, beispielsweise für die Bewässerung der bepflanzten Terrassengeschosse.
Die Materialisierung basiert weitgehend auf dem direkten Ausdruck der eingesetzten Materialien. Die Tragstruktur aus Beton, teils vorfabriziert, teils in Ortbeton ausgeführt und für nachhaltigere Betonsorten optimiert, bleibt ablesbar. Auf der Nordseite wird sie durch Mauerwerk aus dem Bestandsgebäude ergänzt. Dieses prägt vor allem die sichtbaren Brüstungen sowie die Hotelfassade. Auf der Südseite bestimmen Photovoltaikelemente und Sonnenschutz die äussere Fassadenebene. Die Schmalseiten des Gebäudes sind offener gestaltet, wodurch die Tiefe der vorgelagerten Struktur stärker in Erscheinung tritt.
Auch die Farbgebung nimmt Bezug auf den Ort. Die Mauerwerkssteine in Rot- und Gelbtönen sind für den Standort typisch, nicht zuletzt, weil diese aus lokalen Tonvorkommen stammen. Auch die Farbigkeit der PV- und Sonnenschutzelemente knüpft an lokal bekannte und vertraute Referenzen an.