Das Richtprojekt schafft eine Grundlage, um die Gebäude des Hermitage, die historische Uferbebauung, die neuen Erweiterungsbauten und das Bellevue gestalterisch zusammenzufassen und harmonisch in die bestehende, kleinteilig bebaute Uferlandschaft einzubetten. Jede dieser vier Gebäudegruppen – der historische Bestand und die drei neuen Teile – erhält ihre eigene Identität. Eine durchgehende, grosszügige Parklandschaft verbindet alle Elemente zu einer Einheit.
Im Bereich des Hotel Hermitage soll möglichst viel erhalten werden. Ein Teil der Erweiterung erfolgt durch die Aufstockung der bestehenden Bauten und des dazugehörigen Guesthouses. Im Bereich des heutigen Parkplatzes und des Tennisplatzes entstehen zwei zusätzliche Bauten, eine unterirdische Einstellhalle und ein neuer Park. Die bestehende Scheune sowie das Bellevue auf der gegenüberliegenden Strassenseite werden ersetzt.
Zusammenhängende Parklandschaft
Die verbindende Parklandschaft folgt in ihrer Gestaltung den unterschiedlichen Identitäten der Orte. Besonderer Wert wird auf eine barrierefreie Erschliessung gelegt sowie auf die Gliederung in privatere und öffentlichere Bereiche und die Integration der angrenzenden Naturräume.
Die Grünflächen werden durch bewachsene Flachdächer und die mit einer Obstwiese überdeckte, unterirdische Einstellhalle erweitert. Schattenspendende Bäume, Wasserelemente und versickerungsfähige Oberflächen beeinflussen das Aussenraumklima positiv. Durch die gezielte Stärkung der Sichtbezüge von der Strasse zum See wird der besonderen Lage Rechnung getragen und eine städtebauliche Aufwertung des Ortes erzielt.
Hermitage am See
Für das Hotel Hermitage wird ein neuer, zentraler Eingangsbereich geschaffen. Ein leichtes, gewölbtes Dach verbindet neu die bestehenden Bauten von Hermitage und behält die Durchsicht auf den See und den Pilatus bei. Strassenseitig kragt es als Überdachung der Vorfahrt aus, während auf der Seeseite ein massiver Findling die Spannungen im geschwungenen Dach abträgt. Hier umspannt das Gewölbe des Verbindungsbaus ein weiteres Geschoss auf Seeniveau und bietet Platz für eine geschützte Terrasse im Park.
Die beiden bestehenden Gebäude von Hermitage und Guesthouse werden mit einer leichten Holzkonstruktion aufgestockt. Sie ersetzt und ergänzt das bestehende Satteldach-Attika-Geschoss. Beiden Gebäudeteilen wird eine Ebene aus grosszügigen Loggien mit Seeblick vorgesetzt. Diese durchlässige Struktur verbindet die beiden Bestandsbauten optisch miteinander.
Hof im Täli
Im Bereich der heutigen Scheune, im sogenannten «Täli», entstehen drei neue Gebäude. Sie bilden ein Ensemble, das ähnlich einem Innerschweizer Gehöft um einen zentralen Aussenraum gruppiert ist. Auskragende Satteldächer, ein Brunnen und ein zentraler Baum lehnen sich typologisch an den «Buurehof» und die historische Uferbebauung an. Die Setzung der Bauten schafft starke Sichtbezüge zwischen Strasse, See und Bergen – vom See her wirkt das Ensemble offen und durchlässig.
Bellevue im Grünen
Eine neue Wohnüberbauung an der Stelle des bestehenden Hotel Bellevue auf der gegenüberliegenden Seite der Seeburgstrasse bildet die dritte Erweiterung. Das Ensemble aus zwei schlanken Volumen steht auf einer durchgängigen Einstellhalle und ist von der Strasse zurückversetzt, eingebettet in den Bahndamm und den bestehenden Grüngürtel.
Die grüne Zäsur zwischen den leicht zueinander versetzten Volumen verleiht dem Ensemble eine kleinmassstäbliche, durchlässige Wirkung. Wie beim Hotel sind die Gebäude mit Loggien versehen, die auf den See ausgerichtet sind und gleichzeitig für die notwendige Schallabsorption von der Strasse her sorgen. Das Attikageschoss wurde in einige kleine Dachpavillons aufgebrochen, welche so gesetzt sind, dass die Aussicht der Nachbarn auf den See möglichst unbeeinträchtigt bleibt.