Herzog & de Meuron
Project
2020-

Project Description available in German

Auf dem ehemaligen Gewerbegebiet westlich des Hegenheimermattwegs in Allschwil ist das BaseLink entstanden, ein globaler Standort fĂŒr innovative Unternehmen aus dem Life-Science-Bereich. Das nachhaltig konzipierte BĂŒrogebĂ€ude HORTUS liegt auf dem Areal ehemaliger SchrebergĂ€rten und schliesst an den bestehenden Technologie-Park an. Umgeben von Sportanlagen, einem Naherholungsgebiet und einem Wohnviertel schafft der Bau eine moderne, kommunikative und flexible Arbeitswelt fĂŒr eine neue Generation von Technologiefirmen mit ökologischem Bewusstsein, die sich hier zukĂŒnftig ansiedeln sollen.

GrĂŒne Oase im Atrium

Das GebĂ€ude erschliesst sich ĂŒber einen breiten Durchgang in das Atrium, dem grĂŒnen Herz des Entwurfs. Über einen Laubengang hin öffnen sich hierzu im Erdgeschoss öffentlich nutzbare RĂ€ume und man erreicht so die ringförmig angelegten ca. 10 000m2 BĂŒronutzflĂ€chen in den Obergeschossen. Regenwasser wird fĂŒr das Biotop im Atrium verwendet und es entsteht eine grĂŒne Oase mit Mikroklima, die Lebensraum fĂŒr Pflanzen und Tiere schafft. Dank seiner hohen AufenthaltsqualitĂ€t dient das Atrium zusĂ€tzlich als Erholungsort fĂŒr Mitarbeiter und ein Wintergarten lĂ€dt im hinteren Bereich zum Arbeiten ein. Das Erdgeschoss ist ein belebter Ort, der zugĂ€nglich ist fĂŒr alle. Die vertikal berankten Innenhoffassaden filtern CO2 und andere Schadstoffe und sorgen so fĂŒr ein angenehmes Raumklima und Wohlbefinden.

Flexible Nutzung

Der Entwurf greift das Thema des innovativen und produktiven Gedankenaustauschs auf und bezieht seine offenen Grundrisse aus Ideen zu modernen BĂŒroarbeitsplĂ€tzen, die ein grosses Mass an FlexibilitĂ€t und unterschiedliche Nutzungsweise ermöglichen, zugleich werden einige Bereiche von den Nutzern geteilt. Jedes Stockwerk verfĂŒgt ĂŒber gemeinschaftlich nutzbare AufenthaltsrĂ€ume fĂŒr Mitarbeiter. Das Erdgeschoss wird mit gastronomischem Angebot öffentlich genutzt und nach SĂŒden öffnet sich das GebĂ€ude mit einer Terrasse zu einem vorgelagerten Park.

Material-KreislÀufe

HORTUS steht fĂŒr House of Research, Technology, Utopia and Sustainability und setzt den Fokus auf innovative und ambitionierte Nachhaltigkeitskonzepte. So unterlag der Entwurfsprozess einer ausgeprĂ€gt analytisch-akademischen Materialanalyse, bei der Baumaterialien auf ihre ökologischen und physikalischen Eigenschaften geprĂŒft und verglichen wurden. Ein Hauptkriterium dabei war, dass der Ursprung möglichst natĂŒrlich und aus nachwachsenden Rohstoffen sein sollte. Ganz im Sinne des Cradle-To-Cradle-Prinzips sollen alle verwendeten Bauteile katalogisiert und im ökologischen Kreislaufsystem fĂŒr eine Wiederverwertung zur VerfĂŒgung stehen. Eine reduzierte Palette aus erneuerbaren Materialien wie Holz, Lehm und Zellulose, so wie Glas fĂŒr Fenster und Solarpaneele unterstreichen den ökologischen Grundgedanken des mehrgeschossigen Holzrahmenbaus. Das Raster ist modular und Holzverbindungen werden gesteckt, um auf Metallverbindungen zu verzichten und am Ende der Nutzungszeit wieder leicht demontierbar und wiederverwertbar zu sein. Die RĂ€ume sind natĂŒrlich belĂŒftet und Stampflehm an Decken und BrĂŒstungen sorgt fĂŒr ein behagliches und gesundes Raumklima. Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit, zudem speichert er ĂŒberschĂŒssige WĂ€rme, die im Sommer ĂŒber öffenbare Fenster in der Nacht wieder nach aussen abgegeben werden.

Saubere Energie und Minimierung des CO2-Fussabdrucks

Der Entwurf zielt auf eine drastische Minimierung des CO2-Fussabdrucks ab und setzt auf ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept. Dabei sollen Empfehlungen fĂŒr ökologisches Bauen, wie z.B. der SIA 2040, noch weit ĂŒbertroffen werden. Die kompakte GebĂ€udeform reduziert Energieverluste und auf ein Kellergeschoss aus Beton wird verzichtet, wodurch der Aushub minimal bleibt und der Bau geradezu ĂŒber der Landschaft schwebt. Die Luft unter dem GebĂ€ude ist im Sommer kĂŒhl und im Winter warm. Dieser energetische Vorteil wird gemeinsam mit Geothermie, die das Haus mit Energie zum Heizen und KĂŒhlen versorgt, zur Temperaturregulierung im GebĂ€ude genutzt. Eine Photovoltaik-FlĂ€che von ca. 5000m2 auf dem Dach und entlang der externen BrĂŒstungen sorgt fĂŒr eine unabhĂ€ngige Versorgung mit erneuerbarer und ressourcenschonender Solarenergie und schafft gleichzeitig so viel Überschuss, dass die graue Energie, die fĂŒr den Bau des GebĂ€udes benötigt wurde, innerhalb von 30 Jahren wieder auf null abgebaut wird. Nach einer Generation ist HORTUS somit ein energiepositives GebĂ€ude.

Nachhaltigkeit bei Herzog & de Meuron

Herzog & de Meuron versteht Nachhaltigkeit als wichtiges QualitĂ€tsmerkmal und fundamentalen Wert des Unternehmens. Nachhaltigkeit soll nicht nur gebaut, sondern auch gelebt werden, mit dem Fokus auf einen ganzheitlichen Ansatz – weg von allumfassenden Statements hin zum Handeln. Bei der Entwicklung und Realisierung von Projekten ist das Ziel eine Balance der ökologischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Bedingungen zu schaffen, die den Projekten Relevanz verleiht. Der GebĂ€udesektor ist laut Studien von IEA (Internationale Energieagentur) und WEF (World Economic Forum) verantwortlich fĂŒr den Verbrauch von ca. 40% aller Rohstoffe und Energie, und ist gleichzeitig einer der Hauptverursacher des weltweiten CO2-Ausstosses. Als Architekten sehen wir es als unsere Aufgabe an dieser Schnittstelle Einfluss zu nehmen. Die Frage danach, wie man ein klimaneutrales GebĂ€ude plant ist eine architektonische Herausforderung, die nicht nur den Einsatz ökologischer Bauprinzipien erfordert, sondern als tiefgehender fortwĂ€hrender Prozess betrachtet werden soll, bei dem es darum geht fĂŒr jede individuelle Situation den bestmöglichen Ansatz zu finden. Dies erfordert ein hohes Mass an Innovation und lösungsorientiertem Design, massgeschneidert fĂŒr den jeweiligen stĂ€dtebaulichen, geographischen und kulturellen Kontext.

Am Beispiel von HORTUS soll gezeigt werden, dass Zukunftsarchitektur zugleich Ă€sthetisch, gesund und nĂŒtzlich sein soll fĂŒr Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft und als lokale Energie- und Rohstoffquelle agieren kann.

Herzog & de Meuron, 2022

543_CI_2202_01_Hortus_Visualisierung
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543_CI_210804_Courtyard_005_GIS
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543_CI_2202_02_Wintergarden
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543_CI_Hortus_Innenraum-Heiz-Kuehl
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543_CI_Detail_Visualisierung
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Process

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543_VD_230125_HORTUS_INTEGRATED INTERIORS_3

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Drawings

543_DR_2111_Konzept-Schema
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543_DR_2111_Grundriss_EG
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543_DR_2111_Grundriss_RG
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543_DR_2111_Hortus_Konzept-Schnitt_3
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543_DR_211112_013_Schnitt
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543_DR_211112_055_211124_Schnitt_Längs
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543_DR_211112_076_211129_Querschnitt
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543_DR_2111_Hortus_Detailschnitt_Beschriftet
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543_DR_2111_Fassadenschnitt
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Team

Facts

Client
Senn Resources AG, St. Gallen, Switzerland
Planning
Project Architect: Herzog & de Meuron Basel Ltd, Basel, Switzerland
Structural Engineering: ZPF Ingenieure AG, Basel, Switzerland
Specialist / Consulting
Acoustic Consulting: Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen, Switzerland
Building Physics Consulting: Kopitsis Bauphysik AG, Wohlen, Switzerland
Environmental Engineering: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart, Germany
Facade Consulting: Christoph Etter Fassadenplanungen, Basel, Switzerland
Fire Protection Consulting: Aegerter & Bosshardt AG, Basel, Switzerland
Photovoltaics Consultant: Planeco GmbH, Münchenstein, Switzerland
Building Data
Gross floor area (GFA): 152'309 sqft, 14'150 sqm
GFA above ground: 152'309 sqft, 14'150 sqm
Net floor area: 123'784 sqft, 11'500 sqm
Number of levels: 5
Footprint: 32'205 sqft, 2'992 sqm
Length: 209 ft, 64 m
Width: 170 ft, 52 m
Height: 75 ft, 23 m
Gross volume (GV): 2'231'889 cbft, 63'200 cbm
Facade surface: 69'965 sqft, 6'500 sqm
Links
www.senn.com
www.hortus.ch

Bibliography

Palle Petersen: Mit Herzog & de Meuron gegen die Klimakrise. Hochparterre, March 14, 2022.