Herzog & de Meuron
Project
2012-2015

Project Description available in German

Ausgangslage

Die Stadt Laufen plant im Rahmen ihres Stadtentwicklungsprogramms, die Entwicklung des Nau-Areals und hat daf√ľr Herzog & de Meuron mit dieser Konzeptstudie beauftragt. Das Szenario ‚ÄěWohnstadt‚Äú wurde vom Stadtrat f√ľr die zuk√ľnftige strategische Ausrichtung festgelegt. Dieses sieht vor, die Stadt Laufen als attraktiven Wohnort zu festigen. Dies begr√ľndet sich in der intakten mittelalterlichen Altstadt, mit ihrer starken Identit√§t und Anziehungskraft, der guten verkehrstechnischen Anbindung an die regionalen und √ľberregionalen Zentren und der attraktiven landschaftlichen Lage im Laufental mit der Birs. Das von uns vorgeschlagene Konzept besteht im Wesentlichen aus drei Teilaspekten.

Birspark

Als wichtigstes Element soll die Birs, die historisch gesehen unmittelbar die Entwicklung Laufens mitgestaltete, wieder zu einem zentralen Ort in der Stadt werden. Sie soll einen Teil ihrer urspr√ľnglichen Ausdruckskraft zur√ľckerhalten und zu einem st√§dtebaulichen Element werden, das die einzelnen Teile der Stadt miteinander verbindet und zusammenh√§lt. Die Birs wird im Bereich des Projektperimeters ausgeweitet und als Birspark zu einem Gr√ľnraum im Zentrum der Stadt. Der Park er√∂ffnet den Menschen die M√∂glichkeit in st√§dtischer Umgebung einen naturnahen Erholungsraum zu finden, der zum Verweilen, Spielen und Zusammenkommen einl√§dt und damit die Stadt direkt mit dem Fluss verbindet. Die Entwicklung des Birsparks steht dabei im Zusammenhang mit den Zielen der Hochwasserplanung, die eine Aufweitung des Flussraumes zur Bew√§ltigung der grossen Wassermengen fordern.

Allmend / Stadtgarten

Der zweite Teil unseres Konzepts f√ľhrt eine klare st√§dtebauliche Z√§sur zwischen Altstadt und dem neuen Areal Nau ein. Der bestehende Amthausplatz soll als wichtiger st√§dtischer Freiraum ausserhalb der Stadtmauern erhalten bleiben und in seiner Funktion gest√§rkt werden. Die bauliche Leere vor der Altstadt ist wichtig, damit der Stadtk√∂rper der mittelalterlichen Kernstadt lesbar bleibt und seine Grenzen nicht verunkl√§rt werden. In einer Sch√§rfung seiner historischen Bedeutung soll der Amthausplatz als st√§dtische Allmend gestaltet und von seiner derzeitigen Nutzung als Parkplatz befreit werden. Direkt an die Stadtmauer anschliessend, in Analogie zu den historisch verwurzelten G√§rten entlang des Grabenweges, fasst ein Stadtgarten √∂ffentliche Nutzungen wie einen Kinderspielplatz und bietet Raum, um zu verweilen. Die klare st√§dtebauliche Z√§sur des frei gehaltenen Amthausplatzes erm√∂glicht es dar√ľber hinaus, den neuen Stadtteil auf dem Nau-Areal als eigenst√§ndigen Stadtk√∂rper zu verstehen, der als geschlossene, komplement√§re Figur neben der Altstadt lesbar wird.

Areal Nau

Das eigentliche Nau-Areal bietet eine einmalige Chance die Stadt Laufen an zentraler Lage baulich zu verdichten und dadurch das zuk√ľnftige Wachstum innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen zu konzentrieren. Die optimale Lage des Nau-Areals in unmittelbarer N√§he zur Altstadt, mit dem Bahnhof in Gehdistanz und der direkten Anbindung an die Hauptverbindungsstrassen wird st√§dtebaulich zus√§tzlich durch die Lage am Fluss aufgewertet, wodurch das ‚ÄěWohnen am Wasser‚Äú zu einem zentralen Thema der Siedlungsentwicklung werden soll. Das neue Quartier besteht im Wesentlichen aus zwei Siedlungsmustern: einer Rahmenbebauung, die das Quartier gegen aussen fasst und frei gestreuten individuellen H√§usern innerhalb des Quartiers. Entsprechend seiner zentralen Lage in der Stadt muss das Areal Nau als dicht bebauter Ort geplant werden. Unser Konzept sieht vor, √ľber einen Kontrast aus Dichte und Freir√§umen die Qualit√§ten des Ortes zu sch√§rfen und das Wohnen am Fluss f√ľr m√∂glichst alle erlebbar zu machen. Die Rahmenbebauung alleine erreicht eine Dichte in st√§dtischer Dimension und erm√∂glicht es, das Quartiersinnere mit reduzierter Dichte zu bebauen. Dieser Raum kann damit als Teil des Birsparks naturnah gestaltet werden. Die lockere Anordnung der H√§user schafft Freir√§ume zur gemeinschaftlichen Nutzung, die das Quartierleben n√§her zusammenbringen und vernetzen. Durch die H√∂henabstufung mit zum Fluss hin niedrigeren Geb√§uden k√∂nnen auch die Wohnungen in der Rahmenbebauung von Blickbez√ľgen zum Fluss profitieren, wodurch alle H√§user einen Anteil an den spezifischen Qualit√§ten des Ortes erhalten.

Neue Naustrasse

Unsere Studie hat gezeigt, dass eine qualit√§tsvolle Entwicklung des Nau Areals nur in enger Abh√§ngigkeit mit der Verkehrssituation m√∂glich ist. Mit der Baselstrasse und der Naustrasse begrenzen resp. durchschneiden zwei stark befahrene Durchgangsstrassen mit hohem Schwerverkehrsanteil das Gebiet. Bel√§sst man die bestehende Verkehrsf√ľhrung, bringt dies mit sich, dass die Naustrasse entweder mitten durch das neue Wohnquartier f√ľhren oder dieses ‚Äď mit der Naustrasse als westliche Quartiersbegrenzung ‚Äď betr√§chtlich verkleinern w√ľrde. St√§dtebaulich sinnvoller und stadtr√§umlich nachhaltiger ist die Naustrasse nach Osten, bis an die bestehende Eissporthalle zu verschieben. Dadurch liesse sich das neue Quartier ohne die einschneidende Z√§sur einer stark befahrenen Strasse entwickeln und die L√§rmemissionen mit einer der Strasse folgenden Bebauung baulich bew√§ltigen. Der innere Bereich des Quartiers kann damit effizient von L√§rm freigehalten und als ruhiger Ort entwickelt werden. Ein weiteres Argument f√ľr die Verschiebung der Naustrasse liefert der Hochwasserschutz. Die heute ungen√ľgende Hochwassertauglichkeit der bestehenden Naubr√ľcke ist derzeit Gegenstand einer laufenden Projektplanung. Es ist davon auszugehen, dass zur Aufweitung des Gew√§sserraums zumindest eine bauliche Anpassung durch eine Verl√§ngerung der Br√ľcke im Bereich des Gleitufers notwendig sein wird, was mit entsprechenden Baukosten verbunden ist. Eine neue Trasseef√ľhrung mit neuer Br√ľcke liesse die Anforderungen des Hochwasserschutzes hingegen in einem neuen, optimierten Bauwerk direkt einfliessen. Herzog & de Meuron, 2013

Die Stadt Laufen plant im Rahmen ihres Stadtentwicklungsprogramms, die Entwicklung des Nau-Areals und hat daf√ľr Herzog & de Meuron mit dieser Konzeptstudie beauftragt. Das Szenario ‚ÄěWohnstadt‚Äú wurde vom Stadtrat f√ľr die zuk√ľnftige strategische Ausrichtung festgelegt. Dieses sieht vor, die Stadt Laufen als attraktiven Wohnort zu festigen. Dies begr√ľndet sich in der intakten mittelalterlichen Altstadt, mit ihrer starken Identit√§t und Anziehungskraft, der guten verkehrstechnischen Anbindung an die regionalen und √ľberregionalen Zentren und der attraktiven landschaftlichen Lage im Laufental mit der Birs. Das von uns vorgeschlagene Konzept besteht im Wesentlichen aus drei Teilaspekten.

Birspark Als wichtigstes Element soll die Birs, die historisch gesehen unmittelbar die Entwicklung Laufens mitgestaltete, wieder zu einem zentralen Ort in der Stadt werden. Sie soll einen Teil ihrer urspr√ľnglichen Ausdruckskraft zur√ľckerhalten und zu einem st√§dtebaulichen Element werden, das die einzelnen Teile der Stadt miteinander verbindet und zusammenh√§lt. Die Birs wird im Bereich des Projektperimeters ausgeweitet und als Birspark zu einem Gr√ľnraum im Zentrum der Stadt. Der Park er√∂ffnet den Menschen die M√∂glichkeit in st√§dtischer Umgebung einen naturnahen Erholungsraum zu finden, der zum Verweilen, Spielen und Zusammenkommen einl√§dt und damit die Stadt direkt mit dem Fluss verbindet. Die Entwicklung des Birsparks steht dabei im Zusammenhang mit den Zielen der Hochwasserplanung, die eine Aufweitung des Flussraumes zur Bew√§ltigung der grossen Wassermengen fordern.

Allmend / Stadtgarten Der zweite Teil unseres Konzepts f√ľhrt eine klare st√§dtebauliche Z√§sur zwischen Altstadt und dem neuen Areal Nau ein. Der bestehende Amthausplatz soll als wichtiger st√§dtischer Freiraum ausserhalb der Stadtmauern erhalten bleiben und in seiner Funktion gest√§rkt werden. Die bauliche Leere vor der Altstadt ist wichtig, damit der Stadtk√∂rper der mittelalterlichen Kernstadt lesbar bleibt und seine Grenzen nicht verunkl√§rt werden. In einer Sch√§rfung seiner historischen Bedeutung soll der Amthausplatz als st√§dtische Allmend gestaltet und von seiner derzeitigen Nutzung als Parkplatz befreit werden. Direkt an die Stadtmauer anschliessend, in Analogie zu den historisch verwurzelten G√§rten entlang des Grabenweges, fasst ein Stadtgarten √∂ffentliche Nutzungen wie einen Kinderspielplatz und bietet Raum, um zu verweilen. Die klare st√§dtebauliche Z√§sur des frei gehaltenen Amthausplatzes erm√∂glicht es dar√ľber hinaus, den neuen Stadtteil auf dem Nau-Areal als eigenst√§ndigen Stadtk√∂rper zu verstehen, der als geschlossene, komplement√§re Figur neben der Altstadt lesbar wird.

Areal Nau Das eigentliche Nau-Areal bietet eine einmalige Chance die Stadt Laufen an zentraler Lage baulich zu verdichten und dadurch das zuk√ľnftige Wachstum innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen zu konzentrieren. Die optimale Lage des Nau-Areals in unmittelbarer N√§he zur Altstadt, mit dem Bahnhof in Gehdistanz und der direkten Anbindung an die Hauptverbindungsstrassen wird st√§dtebaulich zus√§tzlich durch die Lage am Fluss aufgewertet, wodurch das ‚ÄěWohnen am Wasser‚Äú zu einem zentralen Thema der Siedlungsentwicklung werden soll. Das neue Quartier besteht im Wesentlichen aus zwei Siedlungsmustern: einer Rahmenbebauung, die das Quartier gegen aussen fasst und frei gestreuten individuellen H√§usern innerhalb des Quartiers. Entsprechend seiner zentralen Lage in der Stadt muss das Areal Nau als dicht bebauter Ort geplant werden. Unser Konzept sieht vor, √ľber einen Kontrast aus Dichte und Freir√§umen die Qualit√§ten des Ortes zu sch√§rfen und das Wohnen am Fluss f√ľr m√∂glichst alle erlebbar zu machen. Die Rahmenbebauung alleine erreicht eine Dichte in st√§dtischer Dimension und erm√∂glicht es, das Quartiersinnere mit reduzierter Dichte zu bebauen. Dieser Raum kann damit als Teil des Birsparks naturnah gestaltet werden. Die lockere Anordnung der H√§user schafft Freir√§ume zur gemeinschaftlichen Nutzung, die das Quartierleben n√§her zusammenbringen und vernetzen. Durch die H√∂henabstufung mit zum Fluss hin niedrigeren Geb√§uden k√∂nnen auch die Wohnungen in der Rahmenbebauung von Blickbez√ľgen zum Fluss profitieren, wodurch alle H√§user einen Anteil an den spezifischen Qualit√§ten des Ortes erhalten.

Neue Naustrasse Unsere Studie hat gezeigt, dass eine qualit√§tsvolle Entwicklung des Nau Areals nur in enger Abh√§ngigkeit mit der Verkehrssituation m√∂glich ist. Mit der Baselstrasse und der Naustrasse begrenzen resp. durchschneiden zwei stark befahrene Durchgangsstrassen mit hohem Schwerverkehrsanteil das Gebiet. Bel√§sst man die bestehende Verkehrsf√ľhrung, bringt dies mit sich, dass die Naustrasse entweder mitten durch das neue Wohnquartier f√ľhren oder dieses ‚Äď mit der Naustrasse als westliche Quartiersbegrenzung ‚Äď betr√§chtlich verkleinern w√ľrde. St√§dtebaulich sinnvoller und stadtr√§umlich nachhaltiger ist die Naustrasse nach Osten, bis an die bestehende Eissporthalle zu verschieben. Dadurch liesse sich das neue Quartier ohne die einschneidende Z√§sur einer stark befahrenen Strasse entwickeln und die L√§rmemissionen mit einer der Strasse folgenden Bebauung baulich bew√§ltigen. Der innere Bereich des Quartiers kann damit effizient von L√§rm freigehalten und als ruhiger Ort entwickelt werden. Ein weiteres Argument f√ľr die Verschiebung der Naustrasse liefert der Hochwasserschutz. Die heute ungen√ľgende Hochwassertauglichkeit der bestehenden Naubr√ľcke ist derzeit Gegenstand einer laufenden Projektplanung. Es ist davon auszugehen, dass zur Aufweitung des Gew√§sserraums zumindest eine bauliche Anpassung durch eine Verl√§ngerung der Br√ľcke im Bereich des Gleitufers notwendig sein wird, was mit entsprechenden Baukosten verbunden ist. Eine neue Trasseef√ľhrung mit neuer Br√ľcke liesse die Anforderungen des Hochwasserschutzes hingegen in einem neuen, optimierten Bauwerk direkt einfliessen.

Herzog & de Meuron, 2013

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Team

Partners
Project Team
Michel Frei (Associate, Project Manager)
Farhad Ahmad (Visualizations)
Diana-Ionela Toader

Facts

Client
Stadt Laufen, Switzerland
Planning
Landscape Design: Vogt Landschaftsarchitekten, Zurich, Switzerland
Specialist / Consulting
Hydrology Engineering: Staubli Kurath Partner, Zurich, Switzerland
Building Data
Site Area: 322'917 sqft, 30'000 sqm
Gross floor area (GFA): 294'930 sqft, 27'400 sqm
GFA above ground: 294'930 sqft, 27'400 sqm