Herzog & de Meuron
Competition
1993-1994

For a second railroad bridge across the Rhine, Herzog & de Meuron chose the well-tried steel framework structure, which guarantees a high recognition value against the neighboring concrete highway bridge. The simple and relatively lightweight railroad bridge rests on two pillars like a beam above the river. Its diagonal struts are entering into a relationship with the Y-supports of a nearby turbine hall, its green color with the adjoining green zone. The bridge-heads are oriented towards the fair-faced concrete structure that was established with the highway bridge. The railroad bridge integrates into the existing situation without being extravagant.

St├Ądtebauliche und gestalterische ├ťberlegungen

Dass es sich bei der vorgeschlagenen neuen Br├╝cke um eine Eisenbahnbr├╝cke handelt, ist schon auf den ersten Blick erkennbar; sie wirkt vertraut, als st├╝nde sie schon seit langem an diesem Ort. Eine Fachwerkbr├╝cke aus Stahl wie man sie auch an anderen Orten der Stadt antrifft, z. B. in den langen Erlen, wo die Eisenbahn die Wiese ├╝berquert.

Sie unterscheidet sich also sowohl im Material, in der Farbe und in der konstruktiven Gestalt deutlich von der unmittelbar angrenzenden Sichtbetonbr├╝cke, welche von jedermann sofort als Autobahnbr├╝cke erkannt werden kann.

Wir verzichteten ganz bewusst auf nach oben oder unten gerichtete Bogenkonstruktionen, auf hochragende Pilone oder eine andere expressive Br├╝ckenstatik. Deshalb ist die neue Eisenbahnbr├╝cke als Fachwerk ausgebildet, welches als durchlaufender Balken wirkt, der ein Ufer mit dem anderen verbindet. Dieser in ihrer Schlichtheit beinahe radikalen und dennoch einpr├Ągsamen Gesamtform entspricht auch die Einfachheit und die pragmatische Durchbildung der konstruktiven Details.(z.B die Anschlusspunkte der verschiedenen Blechteile und die Ueberlegungen zum Bau und zum Unterhalt der Br├╝cke).

Die regelm├Ąssige und gleichf├Ârmige Gestalt der Br├╝cke, die wie ein Balken ├╝ber dem Rhein liegt, nimmt Bezug auf das Fliessen des Wassers, das Gleiten der Z├╝ge und auf die angrenzende st├Ądtische Landschaft, die beiden begr├╝nten Rheinufer und das markante Kraftwerk Birsfelden. Die diagonalen Streben des Fachwerks treten in einen Dialog mit den Y-Tr├Ągern der Turbinenhalle. Die gr├╝ne und schwarze Einf├Ąrbung s├Ąmtlicher Metallteile verst├Ąrkt die r├Ąumliche Beziehung zu diesem Geb├Ąude, bei welchem die gr├╝ne Farbe auch schon im Sinne einer Einbindung in die naturhafte Umgebung eingesetzt wurde.

Die neue Eisenbahnbr├╝cke bildet also im Zusammenspiel mit dem Kraftwerk Birsfelden und den beiden begr├╝nten Rheinufern einen neuen, st├Ądtebaulich und gestalterisch sorgf├Ąltig abgestimmten Raum, der sich zu einem wichtigen Naherholungsbereich der Stadt entwickelt: ein gemeinsam zu nutzender Stadtraum f├╝r die Badenden am Birskkopf, die Sportler auf dem neuen Rankhofareal, die Spazierg├Ąnger und die Fischer an den Rheinufern und die Quartierbewohner beidseitig des Rheins.

Die Gestaltung der beiden Br├╝ckenk├Âpfe ist ebenso unspektakul├Ąr und selbstverst├Ąndlich wie die Br├╝cke selbst. Sie ergibt sich beinahe zwingend aus der Fortf├╝hrung der vorhandenen Baustruktur aus Sichtbeton, welche auf der Grossbasler Seite beim Bau der Autobahn angelegt wurde und nun erg├Ąnzt und den neuen Bed├╝rfnissen angepasst werden kann (Br├╝ckenauflager, Fussg├Ąngersteg).

Auf diese Weise entsteht eine sehr einfache Gesamtanlage ÔÇô nicht wieder etwas v├Âllig Neues, welches das Bestehende degradiert und dann doch wieder nur St├╝ckwerk bleibt. Die gegen├╝ber der heutigen Situation zur├╝ckgesetzten Widerlager schaffen ausserdem mehr Raum im Bereich der Rheinuferpromenaden.

Von der Westseite her betrachtet bleibt die neue Fachwerkbr├╝cke trotz ihrer H├Âhe von 11.40 m hinter der breiten Autobahnbr├╝cke beinahe verborgen. Auch von dieser Seite aus zeigt sich die regelm├Ąssige und gleichf├Ârmige Br├╝ckensilhouette vor dem Chrischonah├╝gel und dem Grenzacher Hornfelsen im Hintergrund als eine der Aufgabe angemessene, schlichte Form.

Herzog & de Meuron, 1994

109_CI_9400_001_FIN
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Team

Facts

Client
SBB, Hauptabteilung Bau, Switzerland
Planning
Structural Engineering: Wolf, Kropf + Zschaber, Zurich, Switzerland
Engineering: Weis, Guillot, Gysin, Basel, Switzerland